Toile de Jouy

Im Jahr 1759 wurde der deutsche Färber Christophe-Philippe Oberkampf nach Paris berufen, um eine Werkstatt der Gobelins zu übernehmen. Schnell verlegte er die Manufaktur nach Jouy-en-Josas. Der Ort wurde für seinen Fluss Bièvre, der Wasser mit einer perfekten Zusammensetzung für die Verarbeitung von Leinwand liefert, ausgewählt. Zusätzlich befand sich die Stadt in der Nähe von Versailles und seinem Hof, was für jeden Unternehmer, der schöne Dinge herstellen wollte, eine strategisch wichtige Lage war. Ursprünglich wurde das in Holzbretter eingravierte Motiv auf die Leinwand gedruckt. Diese Technik garantierte der Manufaktur in Jouy eine genaue Reproduktion des Musters auf der gesamten Länge des Bildes. Ab 1770 verwendete Oberkampf gravierte Kupferplatten, um feinere Motive anzubieten. Im Jahr 1797 erweiterte er die Produktionskapazität erheblich, indem er den Druck mit tiefgeätzten Kupferrollen einführte. Zur Baron Oberkampf Zeit blühte die Manufaktur auf. Sie wurde 1783 „königliche Manufaktur“ und gehörte Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts zu den drei größten Unternehmen Frankreichs. Die Fabrik aus Jouy-en-Josas wurde 1843 geschlossen.