Santons Jean-Étienne Gaumé

Santons sind kleine Figuren, die die christliche Geburt Christi aber auch alte Berufe und Traditionen der Provence darstellen. Die ersten Krippenfiguren, die sogenannten „Santi Belli“ entstanden im 13. Jahrhundert in Italien. Mit der französischen Revolution wurden die Kirchen Eigentum des französischen Staates und 1793 beschloss die Nationalversammlung, alle Kirchen zu schließen, um dem Klerus entgegenzuwirken. In der Provence fangen die Franzosen an eigene Krippen mit „kleinen Heiligen“, auf Provenzalisch „Santoun“ zu errichten. Die Santons waren ursprünglich aus Brotkrumen oder Pappmaché hergestellt. In Aubagne fertigte der Maler Jean-Louis Lagnel die ersten Santons aus Ton. Der Beruf „Santonnier“ war geboren. Lagnel stellte seine Kreationen zum ersten Mal 1808 auf der Foire aux santons in Marseille aus. Seit 1897 findet diese Marseiller Messe jedes Jahr statt.

Jean-Etienne Gaumé stellt seine Santons aus Tonblättern her und färbt sie minitiös. Er liegt viel Wert auf die historische Genauigkeit seiner Figuren. Die nachgebildeten Kleidungsstücke wie Kopfbedeckungen, Tücher, Schürzen und Spitzen sind eine treue Darstellung der Modelle sowie der Muster und Details der Kostüme aus dem 18. und 19. Jahrhundert.